Todschick

Todschick

„Todschick: Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert“ ist ein Buch, mit dem Schwerpunkt auf politischen Rahmenbedingungen und ethischen Standards, in der Modeindustrie, am konkreten Beispiel von Bangladesch. Es ist sehr spezifisch auf das Produktionsland Bangladesch angelegt und in diesem Rahmen äußerst informativ und absolut tiefgründig recherchiert.

Dementsprechend geht es hauptsächlich um die aktuelle Situation in Bangladesch, wobei diese äußerst realistisch und ergreifend, dennoch sachlich dargestellt und mit Fakten untermauert wird.

Autor: Gisela Burckhardt
Titel: Todschick: Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2014
Schwerpunkte: Politik, Bangladesch, Produktionsbedingungen, Ethik

ZITATAUSZÜGE

Wo Arbeit leben kostet: Billiglohnland Bangladesch

Auch das Wettbewerbsrecht müsste angepasst werden, denn derzeit begünstigt es all jene Unternehmen, die die negativen Folgen ihrer Geschäftigkeit externalisieren, sprich: an die Allgemeinheit abschieben. Die Kosten tragen wir alle, die Gesellschaft.
‚Gewinnmaximierung geschieht ganz legal durch eine Abwälzung von Kosten. Allein die externalisierten Umweltkosten betragen 6600 Mrd. Dollar, elf Prozent des globalen Bruttosozialprodukts, so die UNEP-Finanzinitiative 2011‘ beschreibt Wirtschaftsethiker Johannes Hoffmann die derzeitige Situation.
Das heißt: Unternehmen, die potenziell nachteilige Wirkungen ihrer Produkte respektive Produktionsprozesse verringern wollen, werden insofern benachteiligt, als sie die Kosten dafür alleine tragen müssen. Umgekehrt erzielen zahlreiche Unternehmen Gewinne auf Kosten von Arbeitnehmerinnen, Verbraucherinnen oder Produzentinnen. Eine klare Wettbewerbsverzerrung also, die danach verlangt, das Wettbewerbsrecht entsprechend anzupassen.

… Für die Bundesrepublik lassen sich solche gesetzlichen Regelungen letztlich mit unserem Grundgesetz begründen. Denn dort heißt es in Artikel 14 knapp und eindeutig: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Zum Jahrestag von Rang Plaza am 24. April 2014 bildete sich eine entsprechende Initiative aus NGOs und Gewerkschaften unter dem Slogan: Eigentum verpflichtet – für Setzlinge Unternehmensverantwortung. Wie lange wird die Bundesregierung diesen Satz aus dem Grundgesetz noch ignorieren?