3 Jahre nach RANA PLAZA

3 Jahre nach RANA PLAZA

Heute, am 24.04.2016 jährt sich der folgenschwere Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes, in dem mehrere Textilfabriken ansässig waren und Hunderte von TextilarbeiterInnen westliche Kleidung produzierten, zum dritten Mal.

Damals wurden in Sabhar, 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch, über 1100 Menschen getötet und circa 3000 verletzt. Der Unfall sorgte für einen weltweiten Aufschrei und mahnt an die katastrophalen Arbeitsbedingungen und fehlenden Arbeitsschutzmaßnahmen in der global vernetzten Bekleidungsindustrie.

Seitdem gerieten sowohl die dort produzierenden ausländischen Firmen als auch die Politik öffentlich unter Druck. Nicht nur fordern Textilarbeiter im Land bei Protesten zur weiteren Erhöhung der Mindestarbeitslöhne auf, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können, auch H&M und andere Modediscounter wie die deutschen Unternehmen KiK und C&A werden zur Verantwortung gezogen.
Wenn auch ein Mindestmaß an Entschädigung für die Hinterbliebenen gewährleistet werden konnte, indem man den Rana-Plaza-Entschädigungsfond ins Leben rief und Kampagnen wie die Clean Clothes Campaign das Rana Plaza Arrangement aufsetzten, das den Arbeitsausfall und die medizinische Pflege der Verunglückten garantieren soll – viele Marken nehmen Abstand von den Schuldzuweisungen oder beschränken ihre Sorgepflicht auf Bestrebensbekundungen hin zur Verbesserung der Situation in Bangladesch. Sie bleiben dennoch größtenteils in alten Strukturen aktiv.
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We also dont see brands and retailers engaged in similar activities outside of Bangladesh; all continue to use the same inadequate and ineffective audit systems that so drastically failed to prevent Rana Plaza in countries such as Pakistan, India, China, Myanmar and a host of other countries where poor enforcement of standards means a high risk of workplace disasters. While the victories can and should be celebrated, the fight to make sure that no more workers die in death-trap factories, both in Bangladesh and elsewhere, still has a long way to go. (Summary Rana Plaza/Clean Clothes Campaign)¹

Das von Seiten der deutschen Regierung im Oktober 2014 initiierte Bündnis für Nachhaltige Textilien, das die großen Player der Modebranche dazu einlädt an einem Tisch gemeinsam mit NRO’s, bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in der Textilindustrie in Niedriglohnländern durchzusetzen, hat bisher wenig konkrete Ergebnisse vorzuweisen. Man verhandelt noch, schraubt die Ansprüche weiter herunter.

In Gedenken an die Toten und all die anderen Menschen, die in Asien, Lateinamerika und Afrika für sehr wenig Geld und ohne Sicherheiten unmenschlich viel und hart arbeiten, damit die Profitgeier des Kapitalismus, der freien Marktwirtschaft – die Reichen immer reicher werden und wir Konsumenten uns in günstiger Mode wälzen können, rufen auch wir von Aethic dazu auf: Lebt nachhaltig und bewusst! Informiert euch auf unserer Website über alle relevanten Themen und darüber, wo ihr ethisch produzierte Kleidung kaufen könnt (die schön ist)! Macht öffentlich Druck! Protestiert! Zwingt die großen Modehersteller – u.a. Adler, United Colors of Benetton, Mango & Primark – dazu, Verantwortung zu übernehmen! Fragt #whomademyclothes? Macht mit bei der weltweiten Fashion Revolution!

So etwas wie in Rana Plaza darf nicht mehr geschehen.

Weitere Infos auf aethic.de und hier:
https://www.boell.de/de/2016/02/15/die-zustaende-im-textilsektor-bangladeschs-drei-jahre-nach-rana-plaza
http://www.cleanclothes.at/de/news/fashion-revolution-day-2016/
¹Zusammenfassung des Rana Paza Berichts von ActionAid Bangladesh: http://www.ci-romero.de/fileadmin/media/mitmachen/ccc/Summary_Rana_Plaza_3_Years_after.pdf