OUTFIT DER SAISON #1 / Sommer ’16

OUTFIT DER SAISON #1 / Sommer ’16

Das erste Mal auf AETHIC und in Folge präsentiere ich euch meine Lieblingsoutfits je Jahreszeit – ‚My Favourite Outfits of the Season‘. Dazu ist zu sagen: In den letzten Jahren habe ich mir kaum neue Klamotten zugelegt. Ich stellte fest bzw. entschied, dass ich mehr als genug Teile zur Auswahl habe. Seit ich mich verstärkt mit der konventionellen Produktion von Modeartikeln beschäftigte, hatte ich kein Bedürfnis mehr, mir Neues zuzulegen und hielt mich, wie lange schon auch aus persönlicher Vorliebe, an gebrauchte Vintageware – Fast Fashion und Trends schreckten mich ab. Mittlerweile weiß ich besser, was mir an moderner Mode wichtig ist und worauf ich in Sachen Nachhaltigkeit achten kann. Das Angebot von Labels, die nach ethischen Maßgaben schöne Bekleidung, Basics und Accessoires herstellen, wächst. Nun macht es mir Spaß, mir bei Bedarf ‚was zu gönnen‘ – sehr bewusst und nach wie vor eher selten.

Wenn ich nun diese mir liebsten Kombinationen zeige, liegt mein Augenmerk darauf, euch sowohl ausgewählte und aktuell erhältliche Waren als auch besondere Schätze aus meinem Kleiderschrank vorzustellen, die mich lange begleiten – Dinge, die ihre eigenen Geschichten zu erzählen haben. Da ich vor Kurzem noch die Bedeutung von Street-Style-Blogs kritisch hinterfragt habe, ist es auch ein Versuch, eine etwas andere Art von Modekolumne zu führen. Mit einem Augenzwinkern also und Interesse an Feedback, ob mir das gelingt, mein Sommer 2016:

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Blusenkleid*: Natascha Von Hirschhausen – habe mich schlichtweg verliebt während des letzten Atelierbesuchs bei meiner Freundin und AETHIC-Kollegin Natascha alias REA. Aus 100% GOTS- und IVN-zertifizierter, naturbelassener Bio-Baumwolle, die zu fairen Konditionen in Uganda geerntet wird. Minimal-Waste-Schnitt mit einer Stoffeffizienz von 92,7%. Rundum ethisch, schön, schlicht – gekauft. Mehr Infos hier.

summer style 16_06_detail Natascha von HirschhausenHandgewebter Gürtel und Perlenkette aus Mexiko – während meiner aufregenden Reise Anfang diesen Jahres erstanden – direkt und lokal vor Ort von Handwerkskünstlern in Mitla und Mexico City. Schön bunt.

Kopftuch / Schal: Ikat-Sample von Urbanara – handgewebt in Usbekistan. Hat mir eine Freundin geschenkt, die für Urbanara arbeitet. Im Onlineshop bieten sie diverse Wohnartikel und -textilien an, arbeiten direkt mit Herstellern ohne Zwischenhändler und beanspruchen so bezahlbare Qualität und Transparenz für sich.

Sonnenbrille*: Kerbholz – Das Modell Leopold aus Rosenholz hat es mir angetan. Die Jungs von Kerbholz sitzen in Köln und stellen schöne, zeitlos klassische Brillen und Uhren aus Holz, Schiefer und kompostierbarem Zellulose-Acetat her mit Augenmerk auf Nachhaltigkeit.

summer style 16_06_detail_kerbholzSchmuck von Berliner Märkten – den ich mir im Verlaufe der Zeit kaufte und regelmäßig trage. Teilweise stammen die Ringe aus fernen Ländern, aus zweiter Hand oder von Berliner Künstlern. Hauptsache echtes Silber, echte Steine, schlicht und elegant mit dem besonderen Etwas. Highlight ist die verbogene, beschnittene Silbergabel, die man als solche kaum noch erkennt.

Tasche*: Folkdays – namens ‚Gaya Bag‘. Zu fairen Bedingungen in Indien produziert und von mir als Freelancerin entworfen. Bin selbst also stolze Besitzerin dieser schlichten Tasche, die auch zur Clutch umfunktioniert werden kann.

Hose: eigenes Design – ein Minimal-Waste-Schnitt aus eigener Fabrikation. Den wunderbaren Batik-Stoff habe ich, so wie er ist, von meiner Großmutter geerbt und mir endlich eine schlichte Hose daraus gezaubert. Aus dem gleichen Stoff sollen weitere Teile folgen.

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Eine Abwandlung mit Oberteilen von Natascha Von Hirschhausen – zu Besuch in ihrem Atelier:

Stricktop* – Maschinen-handgestrickt aus recyceltem Kaschmir und GOTS-zertifizierter Biobaumwolle

Jacke*100% Bio-Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung in Urugay, schonend verarbeitet in Österreich unter Energie- und Wassereinsparungen und ohne chemische Zusätze, GOTS-zertifiziert

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Fotos von REA
*Neuware bzw. käuflich erwerblich
Anmerkung: Leider erinnere ich mich nicht, woher ich die Schuhe habe. Wahrscheinlich waren sie vor langer Zeit mal ein Schnäppchen einer Fast-Fashion-Marke. Toll an ihnen ist ihre einfache Machart und der sommerliche Canvasstoff – luftig bequem. Die Socken liegen auch noch einer alten H&M-Sünde zugrunde. Aber deswegen werde ich die Teile sicher nicht aussortieren, sondern bis zum Verfall tragen.