Ethical Fashion Show / Ikat/eCUT / Fashion Changers x prePeek

Ethical Fashion Show / Ikat/eCUT / Fashion Changers x prePeek

Alle halbe Jahre trifft sich die Modebranche auf diversen Messen, Laufstegen, Openings und zum beschwingten Netzwerken. Auch wir haben uns wie immer auf der Ethical Fashion Show und dem Green Showroom blicken lassen, aber viel mehr noch: Einblicke gewonnen in das, was die aufstrebende Generation von ethisch bewusst gestaltenden Designern und Marken in fortwährender Weiterentwicklung entstehen lässt. Die Fashion Week reinkarniert und inszeniert sich immer wieder neu, und doch mehr oder weniger in der gleichen Form. So wie die Mode eben auch und die Labels sogar auf nachhaltige Weise, indem sie sich selbst – ihrer Machart, ihrer Philosophie – und ihren Kunden treu bleiben.

Als regelmäßige Besucher beobachten wir wie Firmen kommen und gehen, etwas Ungewöhnliches ausprobieren, Risiken wagen, Erfolge feiern oder scheitern. Als Designer wissen wir von den erheblichen materiellen und zeitlichen Investitionen, die in die Gestaltung von Kleidung gesteckt werden und zollen deshalb allen Ausstellern großen Respekt.

Selbst sehr geschäftig in diesem Juli als Teilnehmerin anwesend: meine Kollegin ‚Natascha von Hirschhausen‚. In einer Kollaboration mit ‚Living Blue‘ aus Bangladesch, die unter anderem qualitativ hochwertige handgemachte, teils bestickte oder natürlich gefärbte Shibori-Stoffe herstellen, entstand in den letzten Wochen eine Capsule Collection, die sich auf der Salonshow besonders hervor tat.

 

ethical fashion show_salonshow_natascha von hirschhausen

 

Außerdem dabei waren wieder unsere Lieblinge wie das chilenische Label ‚Zurita‚ – mit einem neuen Konzept: Gabriela Farias Zurita zeigt für die kommende Saison deutlich schlichtere, tragbarere Teile in der Hauptfarbe Schwarz. Ein paar Neuheiten haben wir auch entdeckt – zum Beispiel die vegane Schweizer Brand ‚Sanikai‚ von Sanaz Akaouf und Kai Wasser, die neben biologischen Naturstoffen auch Materialien aus recycelten PET-Flaschen und Stoffreste aus der Schweiz verarbeiten.

Kleines Highlight, auf das ich schon zur Ausstellungseröffnung im Folkdays Laden aufmerksam geworden bin: die Ergebnisse der Textile Residencies ‚Ikat/eCUT‚ des Goethe Instituts. Dieses hat mehrere deutsche Designerinnen in verschiedene Workshops nach Indonesien, Malaysia, Thailand und auf die Philippinen entsandt, um mit Kunsthandwerkern und Firmen vor Ort neue textile Produkte für den westlichen Markt zu entwerfen.

 

ethical fashion show_ikat-ecut_textile residencies

 

Am Rande meiner Streifzüge durch die riesige Halle des Funkhauses Berlin habe ich den Vortrag zum Thema ‚Neue Kooperationsmodelle in der Lieferkette‘ besucht. Dabei wurde hervorgehoben, dass sich Unternehmen zu ihrem Vorteil gegenseitig unterstützen sollten bei dem Verfolgen gemeinsamer Ziele, vor allem in Richtung sozialen und ökologischen Engagements, das aufwändige Umstrukturierungsprozesse mit sich bringt. Jedoch hält man sich leider noch sehr bedeckt, statt offen Probleme anzusprechen; scheut den Aufwand, die Investitionen und eine langfristige Beziehungsarbeit.

Nicht zu vergessen: Das kleine Blogger-Event namens ‚Fashion Changers x prePeek‘, bei dem wir uns zusammen mit Praktikantin Johanna dazu anstecken lassen haben, unsere Kluft gegen ein paar kuratierte Kleider einzutauschen und uns sozusagen für die Kamera in Schale zu werfen – Unser Dank für das Titelfoto gilt © Lydia Hersberger.

 

 

Nach der Fashion Week ist vor der Fashion Week.