Wie viel ist genug?

Wie viel ist genug?

“Wie viel ist genug? – Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens” ist eine interessante, wirtschaftswissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage, ob unsere Gesellschaft stetiges Wachstum braucht und was die Alternative zum wachstumsgetriebenen Kapitalismus sein könnte. Die Autoren erklären aus dem historischen Kontext heraus und am konkreten Beispiel, warum es nicht immer mehr Wachstum geben kann und sollte und zeigen zudem Alternativen auf.

Autor: Robert und Edward Skidelsky
Titel: Wie viel ist genug? – Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens
Verlag: Goldmann
Erscheinungsjahr: 2014
Schwerpunkte: Politik, Wirtschaftswissenschaft, (Post-) Wachstum, Gesellschaft

ZITATAUSZÜGE

„ Muße – und dieser Begriff hat, richtig verstanden, wenig mit Untätigkeit zu tun, sondern ist geradezu das absolute Gegenteil. Muse im wahren, heute beinahe vergessenen Sinn bedeutet Tätigkeit ohne äußeren Zweck, ‚Zweckhaftigkeit ohne Zweck‘, wie Kant es ausgedrückt hat. (…) – sie alle haben kein anderes Ziel, als das, was sie tun, gut zu tun.“

„…Liebe zum Geld um seiner selbst willen einen Ausdruck geistiger Verirrung.“

„Stellen Sie sich zwei Männer vor, die auf dem Weg in eine Stadt sind. Unterwegs verirren sie sich, doch sie gehen weiter, nun allein von dem Ziel getrieben, vor dem anderen zu bleiben und ja nicht ins Hintertreffen zu geraten. So ungefähr sieht unsere Situation gerade aus. Haben sich alle internistischen Ziele aufgelöst, bleiben nur zwei Möglichkeiten: vorne sein oder hinten liegen. Der Positionskampf wird zu unserem Los und Schicksal. Wen es keinen richtigen Platz gibt, dass ist der beste Platz der an der Spitze.“

„Umweltschutz für ein gutes Leben wird außerdem die Atmosphäre des mürrischen Moralismus zerstreuen, die in letzter Zeit über der Umweltbewegung hängt.“

„Ich brauche einen Krug Wein und einen Gedichtband, zum Essen einen halben Laib Brot, und dann werden wir, Du und ich, an einem einsamen Ort mehr Reichtum besitzen als ein Sultan.“

„Konsum ist zu einem großen Placebo der modernen Gesellschaft geworden, zu unserer scheinbaren Belohnung für exzessive Arbeit.“

„Die wirkliche Verschwendung, mit der wir heute konfrontiert sind, ist nicht die Verschwendung von Geld, sondern die Verschwendung von Möglichkeiten von Menschen. „In dem Augenblick, in dem wir uns die Freiheit nehmen, das Ergebnis der Gewinnprüfung eines Buchhalter in den Wind zu schlagen“, verkündete Keynes 1933, „fangen wir an, unsere Zivilisation zu verändern.“