Fairtrade

DEFINITION

Wörtlich übersetzt heißt Fairtrade zu Deutsch fairer Handel – und meint genau das, was viele als selbstverständlich auffassen, aber leider oft nicht die Realität des herkömmlichen Handels abbildet. Nämlich, dass die Produkte, die wir nach Europa importieren, käuflich erwerben und konsumieren – meist anderswo in der Welt, außerhalb unserer Reichweite – unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt werden und die Produzenten dafür existenzsichernde Löhne erhalten.

PROBLEM

Der freie globale Markt gewährleistet leider keine ethischen Standards und deren Überwachung, sondern konkurriert um das günstigste Angebot. Dieser Preiskampf ist zum Nachteil vieler Arbeiter in Entwicklungs- und Schwellenländern, die gezwungen sind, sich den Konditionen zu beugen, weil sie meist keine Alternative haben. Es fehlt nicht nur im Produktionsland sowohl an gesetzlichen Vorgaben als auch an entsprechenden Strukturen zur Überwachung auf nationaler wie internationaler Ebene.

LÖSUNGSANSÄTZE

Als Gegenentwurf zur neoliberalen Auflösung von gerechtem Handel wird unter Fairtrade ein kontrollierter Güteraustausch verstanden, der größtenteils von unabhängigen Nichtregierungsorganisationen, wie vom bekanntesten Zusammenschluss namens Fairtrade International, geregelt wird. Diese Organisationen legen Mindestlöhne für jedes Land sowie nachhaltige Maßnahmen zum Schutz der Arbeiter und ihrer Rechte fest, prüfen diese fortlaufend und zeichnen Produkte mit entsprechenden Zertifizierungen aus. An den sogenannten Siegeln erkennt der End-Verbraucher sofort relativ verlässlich, ob das jeweilige Produkt oder eine Dienstleistung unter gerechten Bedingungen hergestellt worden ist. Außerdem versuchen die NGO’s langfristige partnerschaftliche Beziehungen zwischen Händlern und Erzeugern aufzubauen und setzen sich über den sozialen Aspekt hinaus zum Teil auch für den Umweltschutz ein.

Was ein fairer Preis beispielsweise für ein T-Shirt ist und wie gering dabei der Anteil der Produktionskosten ins Gewicht fällt, haben wir hier veranschaulicht.

Ein Nachteil an diesem Verfahren ist jedoch, dass sich kleinere Firmenbetriebe und ihre kooperierenden Produzentenorganisationen nicht immer die Zertifzierung leisten können.