Recycling / Upcycling

DEFINITION

Bekanntermaßen werden beim Recycling Abfallprodukte aller Art auf verschiedenste Weise wiederverwertet – was auch für Modeartikel als Ausgangsprodukte oder Sekundärprodukte gilt. Der Begriff Upcycling definiert noch präziser die Qualitätssteigerung bzw. Aufwertung eines Ausgangsmaterials durch Recycling und Schönheitsreparaturen.

PROBLEM

Heutzutage konsumieren wir ein Vielfaches mehr an Kleidungsartikeln als früher. Damit einher geht auch der enorme Anstieg von Müll aus der Bekleidungsindustrie in Form von Prä-Konsumenten-Abfall und Post-Konsumenten-Abfall. Das heißt zum Einen, dass während der Produktion von Kleidung bereits ein unüberschaubarer Teil von textilen Materialien unbrauchbar wird – es bleiben Stoffreste vom Zuschnitt und Nähen übrig sowie auch größere ungenutzte Mengen einer Stoffbahn. Am anderen Ende werden schnelllebige Modeartikel nach dem Tragen weggeschmissen, ob sie nun kaputt gehen oder einfach wieder ‚out‘ sind. Es geht sogar noch weiter: Infolge von unüberlegtem Kaufrausch erstandene Produkte bleiben ungetragen und werden früher oder später entsorgt. Konsum ist zur Lebenserfüllung geworden – Wertschätzung bleibt auf der Strecke. Da sich die Situation so schnell nicht ändert, obwohl das erstrebenswert ist, lohnt sich zu überlegen wie mit diesen zunächst überflüssigen Ressourcen umgegangen und ihnen neuer Wert verliehen werden kann.

TECHNIKEN & BESONDERHEITEN

Die Möglichkeiten für Recycling, Upcycling und Rekonstruktionen von gebrauchten oder ungenutzten Materialien sind unendlich und gehen je nach Zusammensetzung, Form, Farbe, Zustand und Stofflichkeit in ganz verschiedene Richtungen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Dennoch gibt es einige Paradebeispiele, die auf besonders ästhetische und/oder ausgesprochen sinnvolle Art den Lebenszyklus von Kleidungsartikeln verlängern, die wir in vereinzelten Beiträgen entsprechend verschlagworten. Hauptsache sollte sein, dass in die Überlegung einfließt, den Prozess der Aufarbeitung ebenso nachhaltig zu gestalten wegen der gegebenen Chance alternative Produktionswege zu nutzen und zum Vorteil eines rundum abgerundeten Produkts.

Für Designer stellen sich hier einerseits ganz neue Herausforderungen, die mit Geschick und Hingabe angegangen werden müssen, aber auch interessante Ansätze, die zu neuen und ungewohnten Formlösungen führen. Es ist teilweise erstaunlich, was aus typischerweise als Müll deklarierten Materialien alles gezaubert werden kann. Leider gibt es hier auch viele schwarze Schafe unter den angebotenen Produkten, die das Ziel einen Neuwert zu schaffen, verfehlen. Besonderes Augenmerk liegt also auf der Qualität der Ausgangsquelle, aber auch auf der qualitativen Weiterverarbeitung. Schon zu Anfang sollten Designer bewusst entscheiden, ob sie entweder eine Kollektion aus exklusiven Unikaten oder reproduzierbarer Streetwear entwickeln möchten. Dies wird zur Wahl des Designs genauso wie zur Wahl der Art des Abfalls beitragen. Die Möglichkeiten für Upcycling erstrecken sich aufgrund der tendenziellen Kleinteiligkeit von Überresten besonders weit in das Feld der Accessoires und hängen auch stark davon ab, wie zuverlässig, zugängig und stetig die jeweiligen Quellen dahin strömen. „Des einen Müll ist des anderen Schatz.“

Expertentipps und Praxisbeispiele für Designer: http://redress.com.hk/industry/

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