Social Design

Unter Social Design bzw. sozialem Design verstehen wir die direkte Einbeziehung einer Gruppe von hilfsbedürftigen Menschen in den Gestaltungsprozess von Konsumgütern. Ziel ist es, soziales Engagement und Designtätigkeit sinnvoll zu verbinden, um etwas ‚Gutes‘ zu tun – vielleicht sogar in Form eines Unternehmens, das sich auch finanziell lohnt.

Dies geschieht einerseits unter Berücksichtigung funktioneller Anforderungen an ein Produkt, das zur Lösung einer ungewöhnlichen Problemstellung entwickelt wird. Das kann schlichtweg eine Prothese sein, die bequem ist, funktionell und ästhetisch zugleich. Oder ein wärmender Schlafsack aus einfachen bzw. recycelten Mitteln für Obdachlose wie der ‚Sheltersuit‘ vom Holländer Bas Timmer und der ‚EMPWR Coat‘ des erfolgreichen Projekts ‚Empowerment Plan‘ aus Detroit von Veronika Scott. Dort nähen ehemalige obdachlose Frauen für Menschen in Not.

empowerment plan_homeless shelter_obdachlose jacke

Einige Projekte verbinden also beide Aspekte miteinander: Funktionalität und Sozialarbeit. In vielen Fällen geht es nämlich um gezielte Beschäftigungsmaßnahmen – sei es um jemandem einen Job, eine neue Aufgabe zu vermitteln oder Möglichkeiten zur Weiterbildung zu geben, die Auswege aus einem Konflikt bzw. aus schwierigen Lebenverhältnissen aufzeigen.

Im Modesektor sticht zum Beispiel das faire Unternehmen Jyoti Fairworks hervor, das sozial und ökologisch nachhaltige Kleidung in Indien produziert und dabei seinen Fokus auf die an der Produktion beteiligten Menschen legt, die genauso viel Freude mit den Kleidungsstücken haben sollen wie ihre Kunden am anderen Ende. Hier lernt man die Frauen näher kennen, die, anfangs sozial benachteiligt, dann gecoacht, nun nach traditionellen Techniken Stoffe weben, bedrucken und zu liebevoll hergestellten Kleidungsstücken vernähen.

Das Label people design aus Berlin schafft es, einen Raum für Möglichkeiten zu etablieren, in dem Jugendliche von der Straße mit in die Gestaltung von Mode eingebunden werden, um so ihre Perspektivlosigkeit zu überwinden und eigene Stärken zu entdecken. Darüber hinaus, setzen die Designer hohe Maßstäbe an die Optik und Präsentationsform ihrer Produkte. Die gleiche Idee hatten bereits Carmen van der Vecht and Tim Dekker aus den Niederlanden. 2009 gründeten sie das Social Venture Modelabel Rambler, dessen Designer Straßenkids in Amsterdam und Berlin sind, die mithilfe ihrer Talente diverse Streetstyles auffangen und weiter entwickeln.

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Photo credits: The Empowerment Plan