Zertifizierungen

Beim Kauf von Modeprodukten und -zutaten setzt die Masse der verschiedenen Siegel, die meist eine nachhaltige Herstellung überwachen und garantieren sollen, sehr unterschiedliche Schwerpunkte und Maßstäbe. Viele Labels und Zertifizierungen sind hochgradig irreführend, da sie zum Teil als reine Marketinginstrumente benutzt werden. Deshalb stellen wir hier die Wichtigsten und Bekanntesten von ihnen möglichst übersichtlich und differenziert vor.

 

Wesentlich ist die Unterscheidung dreier Geltungsbereiche entlang der gesamten Produktionskette von der Rohfaser-Herstellung (1), über die Weiterverarbeitung zu Stoffen und fertigen Produkten (2) bis hin zur Handhabung des Endprodukts (3). Dieses kann mehr Schadstoffe enthalten bzw. mithilfe von PR-Methoden mehr unternehmerisches Verantwortungsbewusstsein suggerieren als der Realität entspricht und dennoch als nachhaltiges bzw. vertrauenswürdiges Produkt gekennzeichnet sein (Greenwashing).

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Auch drei wesentliche ethische Aspekte werden getrennt betrachtet: Ökologie, Soziales und Transparenz, also die Offenlegung der tatsächlichen betriebsinternen Abläufe.

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Darüber hinaus gibt es zwei verschiedene Label-Typen: Zum Einen Produkt-Siegel, die durch staatliche Stellen (R), Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) oder die Privatwirschaft (P) bzw. durch Business-Initiativen (B) vergeben werden und einzelne Produkte kennzeichnen, die entsprechenden Mindeststandards genügen.

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Zum Anderen solche von Textilvereinigungen, die sich auf eine übergreifende Unternehmensverantwortung zur Herstellung von fairer und ökologischer Bekleidung verständigen, auf die bei kritischen Nachfragen verwiesen wird. Diese Vereinigungen sind als brancheninterne Zusammenschlüsse (Z) oder in sogenannten Multistakeholder-Initiativen (MSI) organisiert. Erstere folgen stark den Interessen von Unternehmen, während Letztere aus verschiedenen Interessengruppen wie Gewerkschaften, NROs und Unternehmen zusammen gesetzt sind.

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Zu guter Letzt ist die Glaubwürdigkeit eines Siegels nur durch eine qualitative Prüfung der Einhaltung solcher Standards gewährleistet. Diese stellt aber eine schwierige, da komplexe und aufwändige Angelegenheit dar, mit einigem Raum für Manipulation. Bestenfalls sollten lokale Organisationen und unabhängige Arbeitnehmervertretungen in die Kontrollen einbezogen sein.

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BEST PRACTICE BEISPIELE


 

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Fair Wear Foundation (FWF) – setzt hohe Maßstäbe zur Verbesserung der sozialen Bedingungen in der Konfektion, indem sie kooperierende Modefirmen in einem Optimierungs- und Lernprozess überprüft und unterstützt… (> mehr)

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ivn_223px140pxIVN Best – Naturtextil – ist das Siegel des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft e.V., das als derzeit höchster realisierbarer Standard für ökologische Kriterien gilt… (> mehr)

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gots_223px140pxGlobal Organic Textile Standard (GOTS) – ist das weltweit am häufigsten vertretende Textilsiegel für ökologische Standards entlang der ganzen Produktionskette… (> mehr)

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fairtraide_Cot_223px140pxFairtrade Certified Cotton – steht hauptsächlich für die Garantie fairer Arbeitsbedingungen und langfristiger Handelsbeziehungen vor allem in der Baumwollproduktion… (> mehr)

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BEISPIELE VON GREENWASHING


 

oekotex_223px140pxOeko-Tex Standard 100 – zertifiziert bekanntermaßen gesundheitlich unbedenkliche Textilprodukte nach Prüfung von Endprodukten auf Schadstoffe, allerdings ohne besonders hohe Anforderungen… (> mehr)

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bci_223px140px_01Better Cotton Initiative (BCI) – stellt mit ihrem Label eine Verbesserung zum konventionellen Baumwollanbau dar nach eigenen, jedoch mangelhaften Kritererien… (> mehr)

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hum_223px140pxH&M Conscious Collection – kennzeichnet Produkte des Modeunternehmens Hennes & Mauritz, die angeblich aus Bio- oder recycelten Materialien hergestellt sind als Teile einer ‚bewussteren Kollektion‘. Allerdings hält auch das Etikett ‚Organic Cotton‘ nicht ganz was es verspricht… (> mehr)

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WEITERE SIEGEL


 

– darunter: bioRe, bluesign, Cotton for Africa, Der Blaue Engel, earth positive,  Hautsache körperverträglich, hessnatur, MADE-BY, Naturland, Soil Association usw.

– findet  ihr im Internet erläutert auf der Seite der Christlichen Initiative Romero (CIR): http://www.ci-romero.de/de/gruenemode-siegel/

 

 

 

Unsere Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben. Die Inhalte basieren auf Texten der Christlichen Initiative Romero und FEMNET e.V. Einige Details stammen aus den Untersuchungen der Arbeiterkammer Oberösterreich bzw. der Bewertung durch BSD Consulting und GET CHANGED! The Fair Fashion Network (Stand 2013).
Die Bewertung der Siegel erfolgt nach subjektiver Einschätzung, vereinfacht dargestellt durch eigens kreierte Symbole, und dient der Orientierung bei der Differenzierung und Klassifizierung der verschiedenen Textilsiegel.
Das Infomaterial dazu ist zu finden unter > Info Platforms

Illustrationen: UTA