H&M Conscious Collection / Organic Cotton

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H&M Conscious Collection – kennzeichnet seit 2011 Produkte des Modeunternehmens Hennes & Mauritz (H&M), die nach eigenen Aussagen aus Bio- oder recycelten Materialien hergestellt sind. Schon 2007 bot der Fast-Fashion-Riese das erste mal Kleidungsstücke aus 100% Bio-Baumwolle an bzw. solche aus 50% Bio-Baumwolle und 50% konventioneller Baumwolle unter dem Etikett ‚Organic Cotton‘. Damit wurde H&M 2010 zum größten Abnehmer von Bio-Baumwolle weltweit. Es gibt außerdem auch Produkte aus Hanf oder recyceltem Polyster und Tencell/Lyocell.

Privates Label hauptsächlich für Geltungsbereich 1:

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Soziale Kriterien: H&M Verhaltenskodex ist lückenhaft:

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  • basierend auf den ILO-Kernarbeitsnormen, die allerdings nur für alle Direktlieferanten gelten, nicht aber für Sublieferanten, beinhaltet:
  • Organisationsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
  • Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung
  • unklare Angaben zur Höchstzahl der Überstunden u.a. Punkte
  • keine existenzsichernde Löhne; es gelten die gesetzlichen Mindestlöhne der jeweiligen Länder
  • Schulungen für ArbeiterInnen und UnternehmerInnen; jedoch nur in China, in der Türkei und in Indien (in Zusammenarbeit mit der FLA)

Ökologische Kriterien: gelten nur für das Label H&M Organic Cotton – keine hohen Anforderungen

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  • kennzeichnet „Bio-Baumwolle“; aber keine konkreten Angaben zu finden bzw. gelten die Standards der jeweiligen kooperierenden Firmen, Organisationen und Zertifikate (s. Siegel des BCI)
  • kein genmanipuliertes Saatgut
  • Verbot chemischer Pestizide und Düngemittel

Effektivität durch Kontrollen: gute Ansätze, aber nicht ausreichend

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  • Zertifizierungsstellen wie Control Union und das Institute for Marketecology (IMO) sind für die Überprüfung der Öko-Kritereien verantwortlich
  • 70 eigene Auditoren, die die Zulieferbetriebe auf die Einhaltung des Verhaltenskodex kontrollieren
  • externe Kontrollen nur durch die Fair Labor Association (FLA) und von der FLA akkreditierten Unternehmen; ist jedoch regional begrenzt
  • keine Einbindung von glaubhaften MSIs zur Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien, die für alle Produktionsländer gelten

Transparenz: unklar und lückenhaft

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  • öffentlich zugänglicher Sozialbericht/ CSR-Bericht, der den internationalen Berichtsstandards (GRI) entspricht und dessen Audit-Ergebnisse „so transparent wie möglich“ dargestellt sind
  • Verhaltenskodex ist in allen Sprachen der Länder der Zulieferbetriebe übersetzt und veröffentlicht
  • im März 2013 wurde eine Liste der Zulieferer offen gelegt, mit denen H&M über „langfristige Geschäftsbeziehungen“ verfügt
  • keine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks
  • ausgewiesener Anteil an „Bio-Baumwolle“ in jedem Kleidungsstück

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Unsere Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben. Die Inhalte basieren auf Texten der Christlichen Initiative Romero und FEMNET e.V. Einige Details stammen aus den Untersuchungen der Arbeiterkammer Oberösterreich bzw. der Bewertung durch BSD Consulting und GET CHANGED! The Fair Fashion Network (Stand 2013).
Die Bewertung der Siegel erfolgt nach subjektiver Einschätzung, vereinfacht dargestellt durch eigens kreierte Symbole, und dient der Orientierung bei der Differenzierung und Klassifizierung der verschiedenen Textilsiegel.
Das Infomaterial dazu ist zu finden unter > Info Platforms

Illustrationen: UTA