Kann Mode politisch sein?

Kann Mode politisch sein?

Bekleidungsmode ist mehr als nur ein Konsumgut und hat somit auf jeden Fall das Potenzial politisch zu sein.

Allerdings bewirken die vielen ethischen und ökologischen Probleme mit denen die Modeindustrie in Verbindung gebracht wird,  dass politische Aussagen zunächst unglaubwürdig wirken. 

Aber gerade deshalb bräuchte die Modeindustrie Designer und Labels, die versuchten Mode neu zu denken; Sie ethischen und ästhetischen Werten entsprechend zu gestalten und umzusetzen. Eine Alternative zu den Paradigmen der aktuellen Modeindustrie zu finden und wertiges Design anzubieten ist automatisch politisch, ob man dies mit großen Aufdrucken unterstreicht liegt im designästhetischen Freiraum; obgleich plakative Aufdrucke sehr rasch wie platt adaptierte Allgemeinplätze wirken.

Allerdings gab es eine Zeit als ein plakativer Aufdruck auf einem Shirt Geschichte geschrieben hat. So trug die Designerin Katherine Hamnett 1983 zum Empfang bei der Premierministerin von Groß Britannien Margret Thatcher ein T-Shirt auf dem riesig die Worte „58% don’t want Pershing“ prangten und demonstrierte somit gegen die nukleare Aufrüstung.
Allerdings gab es hier eine klare Aussage, einen Anlass und einen Adressaten; somit eine revolutionäre Geschichte, da sie damit gegen die Etikette des englischen Hofes verstoßen hatte, während die Aussage „Stop terrorising our world“, bei der Herbst/Winter Kollektion 2015 Walter van Beirendonck, im Kontext der Modenschau sehr beliebig und wenig verständlich wirkt.

foto politsche mode
1.Designerin Katherine Hamnett 1983 zum Empfang bei der Premierministerin von Groß Britannien Margret Thatcher 2. Walter van Beirendonck, Herbst/Winter 2015

Illustration: Lisa Frühbeis

Image source hamnett:
https://iconicphotos.files.wordpress.com/2010/05/06_katherine-hamnett-01.jpg

Image source beirendonck:
http://www.waltervanbeirendonck.com/HTML/home.html?/HTML/COLLECTIONS/WINTER20102011/aw1011.html&1