‚Used‘ – Jeans wie Mensch. Ob der Sand noch strahlt? Nichts ist schön daran.

‚Used‘ – Jeans wie Mensch. Ob der Sand noch strahlt? Nichts ist schön daran.

Im März diesen Jahres wurde auf der Website der Textilwirtschaft bekannt, dass in chinesischen Jeansfabriken immer noch die von großen Marken verbotene Sandstrahlen-Technik verwendet wird, um ‚modischen‘ Jeans stellenweise den ‚Used‘-Look zu verpassen. Dies offenbarte der arabische Fernsehsender Al Jazeera in Folge seiner Recherchen in südchinesischen Produktionsstätten für die Reportage ‚Denim Blues‘. Seit 2009 ist das Sandstrahlen in der Türkei illegal und Produktionen wichen auf Länder wie Ägypten, Jordanien, Syrien, Bangladesch und China aus. Man hört nicht mehr viel vom einstigen Skandal.

Deshalb folgt hier ein verjährter, aber aktuell sicherlich relevanter Beitrag der ARD über die oft verdeckt gehaltenen Zustände. Er gewährt nur einen kurzen, aber viel-sagenden Einblick, der die Frage nach der Notwendigkeit eines künstlichen Alterungsprozesses von Jeans aufwirft. Es ist zwar schön, wenn dem Vergänglichen, den Spuren der Zeit gehuldigt wird – in dieser Form aber handelt es sich doch nur um Bigotterie, um eine groteske Verzerrung der Realität, um eine Paradoxie der Mode an sich?

Die Absurdität dieses Trends, der vergeblich Originalität vorgibt, vergeblich die Ästhetik der natürlichen Abnutzung imitiert, setzt sich fort, denn führt schlimmsten Falls auch bis zum Tod eines an Silikose, ‚Staublunge‘, erkrankten Arbeiters – um es mal drastisch zu verkürzen.

Image Source: www.ndr.de – zeigt quarzhaltiges Sandstrahlen und Aufsprühen von Kaliumpermanganat zum Nachbleichen

WEITERFÜHRENDE FRAGEN & ARTIKEL

> Was ist Sandbleichen und welche Auswirkungen hat es genau auf Mensch und Umwelt? (COMING SOON)

> Ist das Wesen der Mode absurd und was sagt Elena Esposito über ‚Die Verbindlichkeit des Vorübergehenden: Paradoxien der Mode‘? (COMING SOON)