Die Entdeckung der Nachhaltigkeit

Die Entdeckung der Nachhaltigkeit

„Die Entdeckung der Nachhaltigkeit – Kulturgeschichte eines Begriffs“ sagt eigentlich alles. Grober setzt den Begriff der Nachhaltigkeit in einen historischen Kontext, erklärt seine Entstehungsgeschichte und seinen „Weg zum Erfolg“, mit einem Schwerpunkt auf weltpolitischen Themen, aber auch Philosophie und Kultur bezieht er ein. Er gibt mit dem Buch einen sehr informativen, allgemeinen Überblick und ist daher absolut lesenswert.

„Das Verdienst dieses Buches: die Nachhaltigkeit aus dem Seifenblasenspiel der Modewörter herauszuholen und dem Begriff seine Geschichte wiederzugeben.“
-Die Zeit-

Autor: Ulrich Grober
Titel: Die Entdeckung der Nachhaltigkeit – Kulturgeschichte eines Begriffs
Verlag: Kunstmann
Erscheinungsjahr: 2013
Schwerpunkte: Politik, Nachhaltigkeit, Geschichte, Kultur

ZITATAUSZÜGE

„UN von 1987: Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“

„‚Werde, der du bist‘ (…) Maslows Theorie der Bedürfnisse verband sich in den frühen siebziger Jahres mit dem aufkeimenden Umweltbewusstsein. Aus dieser Kombination ging ein neues politisches und kulturelles Konzept hervor, das seitdem zum festen Bestandteil des Nachhaltigkeitsdenkens gehört: Quality of life – Lebensqualität.“

„In der Konsequenz bedeutete das eine radikale Entwertung der Natur. Die Trennung von Geist und Materie (Descartes) bereitet dem „Tod der Natur“ den Weg. (…) Aber Spinoza formuliert einen radikalen Gegenentwurf. Er vollzieht die größte denkbare Aufwertung der Natur: Er erklärt Gott und Natur für identisch. (…) Gegenüber Descartes’ Inthronisierung des Menschen als Meister und Besitzer der Natur beharrt Spinoza darauf, dass der Mensch ebenfalls Teil der Natur sei.“

„Entwickeln heißt sein oder werden, nicht: haben. (…) Ein neues Jahrhundert steht bevor und mit ihm die Chance für eine neue Zivilisation.“

„Die Erd-Charta ist darüber hinaus die bislang kühnste Formulierung des Prinzips Nachhaltigkeit. Sie überwindet die anthropozentrischen Beschränkungen dieser Idee, ohne ihren humanistischen Kern preiszugeben.
Oberster Grundsatz: Achtung haben vor der Erde und dem Leben in seiner ganzen Vielfalt. Erkennen, dass alles, was ist , voneinander abhängig ist, und alles, was lebt, einen Wert in sich hat, unabhängig von seinem Nutzwert für die Menschen.
Die Konsequenz: Wir müssen uns zusammentun, um eine nachhaltige Weltgesellschaft zu schaffen, die sich auf Achtung gegenüber der Natur, den allgemeinen Menschrechten, wirtschaftlicher Gerechtigkeit und eine Kultur des Friedens gründet.“
Der Schlusssatz der Erd-Charta: Lasst uns unserer Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird als an eine Zeit, in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erstarkte.“

„Mein persönlicher Lackmustest hat zwei Komponenten:
1. Reduziert sich der ökologische Fußabdruck?
2. Steigt – für jeden frei zugänglich – die Lebensqualität?“