absolute fashion

absolute fashion

„absolute fashion“ versammelt erstmals im deutschsprachigen Raum Grundlagentexte zum Thema Mode – eine Auswahl aus über einhundert Jahren Modediskurs, die sich mit identitätsstiftenden, geschlechterpolitischen und klassenspezifischen Aspekten von Mode beschäftigt. Das Buch unterteilt sich in die Themen Klasse, Distinktion, Utopie und Abweichung und bringt Texte von Veblen, Simmel, Barthes bis Elena Esposito.

Herausgeber: Sonja Eismann
Titel: absolute fashion
Verlag: orange press
Erscheinungsjahr: 2012
Schwerpunkte: Modetheorie, Kulturwissenschaft, Modesystem, Grundlagentexte

ZITATAUSZÜGE

„Sicherlich wird niemand bestreiten, dass der größte Teil der Kleiderkosten aller Klassen weniger dem Schutz der Person, als einem anständig und respektablen Äußeren gilt.“ (aus Thorstein Veblens: Die Kleidung als Ausdruck des Geldes 1899)

„Unsere vergängliche Zuneigung zum Neuesten, wie dies auch immer geschaffen sein mag, beruht auf anderen als ästhetischen Motiven und dauert nur solange, bis unser wahres und eigentliches Schönheitsgefühl die Zeit gefunden hat, sich durchzusetzen und die unechte, unverdauliche Erfindung abzuweisen.“ (aus Thorstein Veblens: Die Kleidung als Ausdruck des Geldes 1899)

„Aus dieser zeitlichen Beziehung zwischen der Widerwärtigkeit und der Unstabilität der Mode lässt sich die Folgerung ableiten, dass die einzelnen Modestile sich umso schneller ablösen müssen, je offensichtlicher sie den gesunden Geschmack beleidigen.“(aus Thorstein Veblens: Die Kleidung als Ausdruck des Geldes 1899)

„Sie ist Nachahmung eines gegebenen Musters und genügt damit dem Bedürfnis nach sozialer Anlehnung, sie führt den Einzelnen auf die Bahn, die Alle gehen, sie gibt ein Allgemeines, das das Verhalten jedes Einzelnen zu einem bloßen Beispiel macht. Nicht weniger aber befriedigt sie das Unterschiedsbedürfnis, die Tendenz auf Differenzierung, Abwechslung, sich-abheben.“ (aus Georg Simmels: Philosophie der Mode, 1905)

„…widrige Dinge sind manchmal modern, als wollte die Mode ihre Macht gerade dadurch zeigen, dass wir ihretwegen das Abscheulichste auf uns nehmen.“ (aus Georg Simmels: Philosophie der Mode, 1905)

„Jedes Wachstum ihrer treibt sie ihrem Ende zu, weil sie dadurch die Unterschiedlichkeit aufhebt.“(aus Georg Simmels: Philosophie der Mode, 1905)

„Denn nie war Mode anderes als die Parodie der bunten Leiche, Provokation des Todes…“
(aus Walter Benjamins: Passagen-Werkt 1927-1940)

„Mode sorgt für Ordnung in einer potenziell anarchischen und sich stetig verändernden Gegenwart.“ (aus Herbert Blumers: Mode: Von sozialer Abgrenzung zur kollektiven Auslese, 1969)