Sneakersucher Part1: Material

Sneakersucher Part1: Material

Der Sommer naht in monströsen Schritten und für meine nächsten wird es Zeit für neue Sneaker.

Meine alten Sportschuhe sind nach zwei Jahren nahezu täglicher Sommernutzung  reif für die Rente und ich brauche dringend Ersatz. Da stehe ich, wie üblich beim Schuhkauf, vor einem riesigen Problem:

Ich will kein Leder tragen, aber Plastik mag ich auch nicht. Die Frage ist:

Können vegane Schuhe nachhaltig und ästhetisch ansprechend sein? Kann ich überhaupt nachhaltig und ökologisch vertretbare Schuhe finden? Und wie sieht es mit der Bequemlichkeit aus?

Ich begebe mich also auf Recherchereise:

http://www.moeon.de/
http://www.glore.de/
http://www.avesu.de/
http://www.hessnatur.com/de/
http://www.fine-birds.com/
http://sydney-brown.com/
http://www.shopethica.com/
https://www.avocadostore.de
https://www.greenality.de
http://www.eknfootwear.com/
http://goodguys.bigcartel.com/

Puh, wie immer bin ich etwas entgeistert, wie schwer es mir fällt Schuhe zu finden, die mich ästhetisch ansprechen und/oder die ich vertretbar (ha-ha)  finde. Aber Dank der Plattformen und Online-Shops ist es inzwischen auf jeden Fall leichter sich eine Auswahl zu ersammeln.

Erstmal zum Material:

Die einen benutzen Leder; die anderen verarbeiten „Mikrofaser“ oder „veganes Leder“, also erdölbasiertes Plastik als Lederersatz.

Leder ist die Haut von toten Tieren und damit für mich, als Vegetarier, eigentlich grundsätzlich nicht akzeptabel.  Allerdings muss man eingestehen, dass  das Material an sich viele positive, (bislang) unnachahmliche Eigenschaften bietet. Es ist natürlich, also biologisch abbaubar. Es fällt momentan als Abfallprodukt an. (Anm. des Autors: Ich bin auch gegen massenhaften Fleischverzehr und Massentierhaltung, aber realistisch gesehen, wird Leder noch lange als Abfall anfallen.) Es ist extrem langlebig und entwickelt mit der Zeit sogar eine ansprechende Patina. Es ist atmungsaktiv und passt sich der Körperform an.
Erfreulich ist, dass es zunehmend pflanzlich gegerbtes Leder gibt, sprich auf giftige Substanzen, wie Chrom, komplett verzichtet wird. Es gibt inzwischen sogar sogenanntes „eco-pell“-Leder, bei dem zusätzlich sicher gestellt wird, dass die Kühe aus Bio-Haltung kommen.
„Veganes Leder“ greift hier nicht auf Tierhaut sondern nur auf vor Jahrmillionen verrottete Dinos und Pflanzenmaterial zurück und verarbeitet das Erdöl dann zu Polyurethan, Mikrofaser und wie-sie-alle-heißen. Allerdings bleibt es biologisch kaum abbaubar, nicht so langlebig, unnatürlich und nicht besonders atmungsaktiv.
Erfreulich ist, dass unter den „veganen“ auch immer mehr recycelte Fasern zu finden sind. Beispielsweise wiederverwertete PET oder recycelte Kunstfaser allgemein.  Außerdem gibt es neuerdings auch Ersatzleder, das natürliche Ausgangsstoffe hat, wie beispielsweise Ananasblätter.
So bleibt festzuhalten: Entweder das Schuhwerk ist nicht sehr nachhaltig, unnatürlich und hat weniger gute Eigenschaften für den Körper oder es ist möglicherweise auch nicht sehr nachhaltig, natürlich und bietet zwar gute Eigenschaften und Langlebigkeit, besteht aber aus einem anderen Körper.
Es ist also beim Rohmaterial für Schuhe, wie eigentlich im ganzen Leben, mehr ein Abwägen von Vor- und Nachteilen, als eine klare Entscheidung für „das Gute“.


Den Trend von vegan gleich auf nachhaltig oder anständig zu schließen, kann ich hier ausdrücklich nicht teilen. Die Vorstellung Leder zu tragen fällt mir auch ausgesprochen schwer, aber man sollte es auch nicht generell verteufeln.

Soviel erstmal zu den Materialien.

In Part2 geht es dann um das Design…

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