ZERO WASTE FASHION DESIGN

ZERO WASTE FASHION DESIGN

Dies ist ein lange überfälliges Buch (bisher nur auf Englisch erschienen) zum Thema Zero-Waste-Mode, und zwar eines, das kaum Wünsche offen lässt.

Das erste Kapitel beginnt mit einer historischen Einordnung der Zero-Waste-Methode, die, anders als es der Anglizismus im Deutschen vielleicht vermuten lässt, natürlich keine neue Erfindung ist, sondern so alt wie das Bedürfnis der Menschen, ihre Blöße zu bedecken. Sich textile Verschwendung in einem so horrenden Maße zu leisten wie wir derzeit, ist dagegen ein junges Phänomen.
In fünf weiteren Kapiteln werden die verschiedensten Herangehensweisen vorgestellt, mithilfe von Interviews mit Modedesignern, die Zero-Waste in ihre Arbeit implementieren, und vielen Schnittmustern als anschauliche Beispiele, die sicher auch auf dem Gebiet bisher Unbewanderten eine gute Vorstellung der diversen Methoden geben.
Denn hier gilt – es gibt keine Patentlösung, Zero-Waste-Design erfordert immer wieder ein neues, durchdachtes und vor allen Dingen ganzheitliches Vorgehen und viel Kommunikation zwischen Stellen, die in großen konventionellen Unternehmen eher selten Hand in Hand arbeiten.
Die Möglichkeiten, die insbesondere CAD-Programme bieten, werden erörtert, und auch das nicht ganz einfache Thema Produktion von Zero-Waste-Designs bekommt ein Kapitel.

Über die Arbeit des Autorenteams gibt es auch online mehr: über Rissanen hier und McQuillan hier. Außerdem noch einen weiteren dazugehörigen Linktipp: MakeUse, ein Open-Source-Projekt unter Mitarbeit von McQuillan, mit dem Ziel Zero-Waste-Schnitte zu verbreiten, die jedeR zuhause nacharbeiten und modifizieren kann.

HerausgeberIn: Timo Rissanen, Holly McQuillan
Titel: Zero Waste Fashion Design
Verlag: Bloomsbury
Erscheinungsjahr: 2016
Schwerpunkte: Zero Waste, Modedesign, Schnittkonstruktion, Produktion, Innovation

ZITATE

Fashion is seductive, glamorous, even magical. Yet the industry and the garments it produces are full of inefficiencies. These inefficiencies are often masked, whether inadvertently or deliberately, as manufacturing is invisible to almost everyone … Zero waste fashion design addresses inefficiency in fabric use by reframing fabric waste as an opportunity to explore the magic of fashion; just like all fashion, zero waste fashion celebrates experimentation and the discovery of new forms.

Average amount of fabric that is wasted when garments are cut and made: 15 percent.
Estimated amount of fabric produced globally in the apparel industry in 2015: 400 billion square meters.
15 percent of 400 billion square meters: 60 billion square meters.
(zitiert nach Gugnami & Mishra, 2012)

For zero waste fashion design to work, pattern cutting must be a dynamic, creative, generative, and open-ended practice. The traditional separation of the fashion design and pattern cutting roles, particularly in larger mass-market and ready-to-wear companies, is a key challenge for zero waste fashion design and further distances fashion design from issues it could address, such as fabric waste.