Wat is een CSR?

Wat is een CSR?

Letzte Woche besuchte REA die „Fair Fashion works?“ Konferenz von FairSchnitt in Düsseldorf und war sehr angetan von dem Keynote Vortrag von Dr. Nora Lohmeyer über unternehmerische Verantwortung. Hier REAs Gedanken zum Vortrag:

Als Unternehmerin und Designerin beschäftige ich mich schon lange mit CSR, wie man sie nutzen oder benutzen kann und sollte. Vor allem großen Unternehmen wird immer wieder GreenWashing vorgeworfen, dass heißt CSR als Kommunikationstool und Marketingstrategie zu verwenden, ohne tatsächlich Verantwortung zu übernehmen. Aber was ist eigentlich diese CSR?

Zunächst steht CSR für Corporate Social Responsibility, sprich Unternehmensverantwortung. Dies ist laut Lohmeyer ein relationales, wandelbares, umkämpftes und kontextabhängiges Konzept.

Sprich:

  • relational: Beziehung zwischen Verantwortungssubjekt und -objekt

Das heißt, wie schon im Wortstamm beinhaltet, das Unternehmen bzw. der Unternehmer übernimmt die Verantwortung für sein Handeln, seine Angestellten und die Produkte seiner Firma.

  • wandelbar: unterschiedliche Bedeutungen über die Zeit

Unternehmensverantwortung hat im Laufe der Zeit ein stetige Entwicklung und Veränderung durchlebt. Es gibt keine feststehende Definition.

  • umkämpftes Konzept: von Akteur zu Akteur verschieden und strittig

Jedes Unternehmen interpretiert und setzt Unternehmensverantwortung unterschiedlich um. Deshalb ist es besonders für den Konsumenten oft schwer echte Überzeugung von Marketingaussagen unterscheiden zu können.

  • kontextabhäng: von Land zu Land verschiedene Bedeutungen

Um diesen Punkt knapp und etwas flapsig zu erläutern: In Bangladesch ist es schon etwas besonderes, wenn die Fabrik nicht über den Arbeitern zusammenbricht und Fluchtwege gesichert sind, während in Deutschland, gerade im kreativen Bereich der Start-Ups schwer am Mindestlohn geknabbert wird.

Besonders interessant fand ich außerdem die Entwicklung der Motive für CSR:

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Ist in der Frühphase um 1970 die Hauptmotivation noch eine moralische Überzeugung, sind es aktuell nur noch 3,7%, während 91,9% der wirtschaftlichen Akteure angeben CSR instrumentell zu nutzen.
Das hört sich erstmal niederschmetternd an. Verantwortung scheint also ein Instrument in einer Firma geworden zu sein. Moral und Menschlichkeit scheinen an Bedeutung zu verlieren.

Aber ich würde einmal einen Versuch starten diese Grafik anders zu interpretieren: Ich denke nämlich, dass nicht nur die instrumentelle Nutzung stark gestiegen ist. Ich behaupte, dass sich inzwischen nahezu jedes Unternehmen gezwungen sieht CSR zu betreiben, also CSR an sich deutlich an Bedeutung gewonnen hat.
Waren es in der Frühphase noch die Idealisten, die sich mit Unternehmensverantwortung auseinandersetzten, hat nun nahezu jede Firma eine CSR Abteilung. Aber warum?

Ich glaube, dass dieser scheinbare Zwang aus einem gewachsenen Bewusstsein beim Konsumenten entsteht. Konsumentenaufklärung, die Dank digitaler Medien und hauptsächlich der Arbeit von NGOs gewachsen ist, führt dazu, dass überzeugende CSR relevant ist für eine Konsumentscheidung. Das haben inzwischen alle Unternehmen gemerkt und zum Teil komplette CSR-Abteilungen nachgerüstet.
Und natürlich haben nicht alle Firmen, die jetzt CSR betreiben, eine tiefe, moralische Überzeugung und feuern durch ihre Nutzung von CSR den Diskurs über echte und unechte Unternehmensverantwortung an. Aber wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, kann man doch zumindest davon ausgehen, dass das Bewusstsein der Konsumenten größer geworden ist und das Thema an sich an Relevanz gewonnen hat. Und das ist meiner Überzeugung nach der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung.

Problematisch und fraglich ist jetzt, wie man eindämmen kann, das CSR als Feigenblatt von Firmen genutzt wird, um den Konsumenten zu täuschen.
Hier hält sich die Politik bis heute glänzend zurück und pocht immer wieder auf die Freiwilligkeit in der Unternehmensverantwortung, obwohl ständig grundlegende Menschenrechte verletzt werden. Das muss sich meiner Meinung nach dringend ändern, auch wenn es schwierig ist Menschenrechtsverletzungen transnational zu ahnden.
Außerdem braucht es ab und an eine mutigere und ehrlichere Entscheidung der Kunden. Befragungen haben ergeben, dass Konsumenten intuitiv erahnen, wenn Preise nicht fair sein können. Hier braucht es mehr Aufrichtigkeit, auch wenn es schwer fällt.

Das nur als sehr knappe Zusammenfassung der für mich besonders wichtigen Punkte. Die gesamte Präsentation findet ihr auf FairSchnitt und das Buch von Dr. Nora Lohmeyer hier. Ich habe es noch nicht gelesen, werde aber bald berichten. In dem Sinne. Bleibt kritisch.