Aufruf zur Bewerbung „local international“

LOCAL INTERNATIONAL 2016/17

Weiterbildungsprojekt für Modedesigner_innen, MA-Studierende und Mode-Lehrende aus Dhaka und Berlin mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und faire Produktionsmethoden

Aufbauend auf den erfolgreichen ersten zwei Durchgängen von ‚local international‘ bietet der dritte Durchgang des internationalen Austausch-Projekts eine Weiterbildung für Lehrende und Designer_innen in englischer Sprache.

Die Fachtagung in Berlin, für die die Teilnehmer_innen aus Bangladesch anreisen werden, findet zwischen dem 05. und 13. Dezember 2016 statt.

Sofern die Sicherheitslage dies zulässt, wird ein Gegenbesuch der Teilnehmer_innen aus Berlin nach Bangladesch im Frühjahr 2017 geplant.

LOCAL INTERNATIONAL

Bangladesch ist eines der wichtigsten Mode-Herstellungsländer weltweit. Fast alle westlichen Modelabels produzieren, ob offiziell oder inoffiziell, Kleidung in Bangladesch, da dort bei einem extrem niedrigen Lohnniveau eine hohe Produktionsqualität geboten werden kann. Auch in Deutschland ist das Label „Made in Bangladesh“ überall auf Kleidung zu finden. Entworfen wird die Kleidung jedoch noch kaum in Bangladesch.

Mode-Studierende in Bangladesch werden zwar in ihrem zukünftigen Arbeitsleben für Märkte in USA, Asien und Europa entwerfen, während ihres Studiums und in ihrem Berufsleben werden ihnen aber nur sehr beschränkte Informationsmöglichkeiten zum aktuellen internationalen Modegeschehen geboten. Umgekehrt kennen Modedesigner*Innen aus Deutschland Bangladesch, eines der international wichtigsten Mode-Herstellungsländer, nur vom Hörensagen.

Im Rahmen des internationalen Modedesign-Projekts ‚Lokal International‘ initiieren das Goethe-Institut Bangladesch, weißensee kunsthochschule berlin und die Universität der Künste Berlin eine Begegnung: Mittlerweile 30 Mode-Designer*Innen und Mode-Studierende aus Berlin und Dhaka wurden ausgewählt um an diesem internationalen Designprojekt teilzunehmen.

local international thematisiert Nachhaltigkeit, Partizipation und Fairen Handel in der Mode, handwerkliche und lokale Produktionsmethoden und nachhaltige Gestaltungs- und Produktionsstrategien. Im Mittelpunkt des Bildungsprojekts steht besonders ein Miteinander-Arbeiten auf gleicher Augenhöhe.

Bei gemeinsamen Reisen nach Berlin und Dhaka besuchten die Studierenden beider Länder NGOs und Firmen, die wiederbelebte traditionelle Handwerkstechniken und nachhaltig ausgerichtete Produktionsmethoden fördern, um das vielfältige Spektrum von Lösungsansätzen zu beleuchten. Gleichzeitig lernten die deutschen Nachwuchs-Modedesigner*innen eines der wichtigsten Mode-Herstellungsländer kennen und konnten Netzwerke zu Berufskolleg*innen und Herstellern aus Bangladesch aufbauen, die auch ihren bangladeschischen Kolleg*innen meist nicht zugänglich sind. Die Teilnehmer*innen aus Dhaka wiederum informierten sich bei ihrem Besuch in Berlin über europäische Modetrends, lernten Berliner Modeschaffende und -märkte kennen und erhielten die Möglichkeit, Kontakte und Netzwerke zu Berufskolleg*innen aus Deutschland zu knüpfen. Auch ein Besuch von Shows auf der Berlin Fashion Week und Berliner Modemessen wie Bread+Butter und den Green Showroom standen 2015 auf dem Programm.

In Vorträgen und spezialisierten Workshops erhielten die Teilnehmer*Innen Einblicke in die Themenbereiche Nachhaltigkeit, Fairtrade und deren Gestaltungsmethoden, um dann im weiteren Projektverlauf eigene gestalterische Lösungsansätze, Konzepte, Produkte und Kollektionen, auch in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und NGOs zu entwickeln.

Die Projektergebnisse wurden bisher in zwei Ausstellungen präsentiert: local international I in der designtransfer Galerie der UdK, parallel zur Fashion Week 2015 und local international II in der Kunsthalle der weißensee kunsthochschule berlin im April 2016.

Das Projekt wird von Prof. Heike Selmer (weißensee kunsthochschule berlin) und Prof. Valeska Schmidt- Thomsen (Universität der Künste, Berlin) geleitet.

ZIELE

– Qualifizierung von jungen Mode-Designer*innen aus Berlin und Dhaka in den Themenbereichen Nachhaltigkeit, Partizipation, Fairtrade und lokale Produktion
– Internationalisierung durch Erfahrungsaustausch
– Blick über den Tellerrand: Kennenlernen der anderen Kultur und Industrie sowie lokaler Vertriebs- und Herstellungsmöglichkeiten.
– Vernetzung, Bildung von internationalen Netzwerken
– Kennenlernen aktueller europäischer Modetrends
– Lernen voneinander in Tandem-Partnerschaften
– Professionalisierung durch Zusammenarbeit mit Vertreter*Innen der Modeindustrie
– Sensibilisierung für Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie
– Anstoß zur Partizipation innerhalb der Modeindustrie

ZEITPLAN

25. Nov. 2016 Deadline Abgabe Bewerbungen (Eingangsdatum)
29. Nov. 2016 Information der nominierten Teilnehmer per E-Mail
05. Dez. 2016- 12. Dez. 2016
Seminar in Berlin für alle Teilnehmenden IN ENGLISCHER SPRACHE

TEILNEHMENDE

Die Teilnahme soll Mode-Designer_innen, Lehrenden und-Studierenden ab MA-Level, offen stehen.
Pro Land werden aus Bewerbungen 8 Personen ausgewählt.

VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE BEWERBUNG

– erfolgreich abgeschlossenes Modedesign- bzw. Textildesign-Studium,
– aktuell Studium auf MA-Level, Tätigkeit oder Lehrtätigkeit im Bereich Mode-Design.
– Bei Projektbeginn max. 35 Jahre alt
– herausragende bisherige gestalterische Arbeiten im Bereich Mode-Design und/oder Textil-Design (Portfolio)
– Gute englische Sprachkenntnisse
– Interesse an Themen im Bereich Ökologie/Nachhaltigkeit/Faire Arbeitsmethoden.

BEWERBUNG

Bis zum 25.11.16 (Eingangsdatum E-Mail) sind folgende Unterlagen per E-Mail einzureichen an: application@localinternational.org

Lebenslauf auf Englisch

Ein Motivationsschreiben auf Englisch, das Interesse an Nachhaltigkeit und die Erwartungen an das Projekt thematisiert.

Eine überzeugende Mappe mit Arbeitsproben, die ggf. auch Arbeiten von Projekten oder Erfahrungen im Bereich von Nachhaltigkeit beinhaltet

Fragen zur Bewerbung können per E-Mail an folgende Adresse application@localinternational.org gerichtet werden.

DAS PROJEKT WIRD IN ENGLISCHER SPRACHE ABGEHALTEN.

Unterlagen werden nicht zurückgesandt. Durch eine Bewerbung entsteht kein Rechtsanspruch auf Teilnahme an der Weiterbildung. Die kooperierenden deutschen Hochschulen behalten sich vor, das Projekt bei Wegfall der Finanzierungszusage durch das Goethe-Institut oder aus Gründen höherer Gewalt abzusagen.