Mikroplastik und synthetische Materialien

Mikroplastik und synthetische Materialien

Inzwischen werden 59 % der hergestellten Kleidung aus erdölbasierten, synthetischen Materialien hergestellt. Sie sind sozusagen nicht biologisch abbaubar, da Kunststoffe auf Ölbasis  hunderte Jahre bis zu ihrem vollständigen Zerfall bzw. ihrer Zersetzung benötigen.*

Inzwischen werden 59 % der hergestellten Kleidung aus erölbasierten, synthetischen Materialien hergestellt.

Diese große Masse an Kleidungsstücken aus nicht natürlichen Synthetikfasern ist heikel, da sich bei jedem Waschgang kleinste Partikel von der Kleidung ablösen. Da diese im Falle der Synthetikfasern nicht biologisch abbaubar sind, ist es ein unbekanntes Risiko, denn man kann nur ahnen welche negativen Auswirkungen die Verunreinigung mit sich bringen könnte. Bedenklich und sorgenerregend ist Mikroplastik im speziellen, da viele Plastiksorten Bestandteile wie Weichmacher, Styrolverbindungen, Phtalate usw. enthalten.  Viele derer gelten als krebserregend, giftig und/oder endokrin aktiv, sprich sie nehmen Einfluss auf Hormonhaushalt und Stoffwechsel von Lebewesen.
Fest steht, dass die Ausbreitung des Mikroplastiks bereits beunruhigende Ausmaße angenommen hat. So war der weltweite Durchschnitt von an Sandstränden gefundenem Mikroplastik, im Verhältnis zum Sand im Jahre 2011, bereits 3% – Tendenz steigend. Das Fachjournal “Enviromental Science and Technology” berichtete von einer Untersuchung an Stränden auf allen sechs Kontinenten: Überall wurde Mikroplastik gefunden, darunter auch Fasern von Kleidungsstücken aus synthetischen Materialien. Für die untersuchten Strände auf der ganzen Welt bedeutet das Ergebnis, das 1kg Sand inzwischen bereits etwa eine Menge von etwa 30g Mikroplastikelementen enthält. Auch deshalb wurde das Abwasser von Waschmaschinen getestet. Es wurden bis zu 1.900 kleinste Kunststoffteilchen pro Waschgang gefunden.

mikroplastik

Neben Kosmetika ist Kleidung ein großer Verursacher von Mikroplastik, das in Gewässer, im Grundwasser und somit auch in unseren Nahrungskreislauf Eingang findet. So berichtete der NDR 2014, dass er in Bier, Sprudel und Mineralwasser zwischen  7 und 79 Mikroplastikteile pro Flasche gefunden hat. Als Herkunft vermutet man Fleece- und Funktionskleidung, bzw. Kleidung aus erdölbasierten Materialien.

Bedenklich und sorgenerregend sind diese Ergebnisse, besonders wenn man bedenkt, dass viele Plastiksorten Bestandteile wie Weichmacher, Styrolverbindungen, Phtalate usw. enthalten.  Viele derer gelten als krebserregend, giftig und/oder endokrin aktiv, sprich sie haben Einfluss auf Hormonhaushalt und Stoffwechsel von Lebewesen.

Wir sind sicher keine Fachmänner, was Mikroplastik und seine Auswirkungen betrifft, aber die Informationslage und die Ausmaße, sowie die vermuteten Risiken sind alarmierend. Besonders wenn man bedenkt, dass hier darüber gesprochen wird, dass aus Kleidung, die tagtäglich auf der Haut getragen wird, krebserregende und hormon- und stoffwechselbeeinflussende Bestandteile gelöst werden, die dann wiederum in unseren Nahrungsmitteln landen.

Ganz auf Plastik zu verzichten ist heute realistischer Weise nicht mehr möglich. Aber man kann den Verbrauch von Plastik drastisch reduzieren. Speziell beim Konsum von Mode kann und sollte man, auch zum eigenen Wohl, gezielt darauf achten woraus die Kleidung hergestellt wurde, die man auf dem Körper trägt.

Naturfasern können selbstverständlich auch durch die Färbung oder andere Appreturen (Weiterverarbeitungen) belastet sein, jedoch ist das Risiko deutlich geringer einzuschätzen. Des Weiteren löst sich von ihnen kein Mikroplastik und die Grundmaterialien sind biologisch abbaubar, weshalb wir glauben, dass der Kauf von natürlichen Materialien für Körper und Umwelt vorzuziehen ist.

Ein größeres Maß an Sicherheit geben Siegel, wie beispielsweise der GOTS (Global Organic Textile Standard), da viele giftige Verbindungen, Farben und andere Hilfsmittel in der gesamten Wertschöpfungskette verboten sind.

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* “Für die Industrie ist Plastik wie eine eierlegende Wollmilchsau: wegen seiner vielseitigen Verwendbarkeit ist das Material allgegenwärtig. Kunststoff ist unter anderem so erfolgreich, weil er sehr beständig gegen Witterung oder Bakterien ist. Nachdem Plastik weggeworfen wurde, verkehren sich diese charakteristischen Eigenschaften jedoch zum Umweltproblem. Die meisten Plastikarten sind nicht biologisch abbaubar und zerfallen nur sehr langsam unter dem Einfluss von UV-Strahlen oder weil sie im Laufe der Zeit zerrieben werden. Eine Shampooflasche kann denjenigen, der sich mit ihrem Inhalt die Haare gewaschen hat, weit überdauern: Bis sie sich zersetzt hat vergehen bis zu 450 Jahre.”

(http://www.oeko-fair.de/clever-konsumieren/wegwerfen/problemabfall-plastik)

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QUELLEN

http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Mikroplastik-in-Mineralwasser-und-Bier,mikroplastik134.html

http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es201811s

http://www.deutschlandfunk.de/muellhalde-meer.697.de.html?dram:article_id=243197