INNATEX 2016 Bloggercrew mit Kirsten Brodde

INNATEX 2016 Bloggercrew mit Kirsten Brodde

Dieser Ausflug mit dem Aethic-Team hat sich gelohnt. Wir sind nicht nur mit interessanten Eindrücken (und klassischen Goodybags) von der INNATEX bei Frankfurt zurückgekehrt, sondern vor allem mit dem goody Gefühl, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird und wir nicht alleine für das Gute kämpfen. Eigentlich war uns Letzteres schon vorher klar, denn die Grüne-Mode-Bewegung wächst zunehmend – aus ihrer Nische heraus – und ist in Berlin sehr gut vernetzt. Doch nun, da wir auf persönliche Einladung von Pressechefin Sabine Lydia Müller hin, das Großstadtchaos an diesem letzten Juli-Wochenende hinter uns ließen, fanden wir uns im abgeschiedenen Örtchen Hofheim (Wallau) auf der etablierten ‘Internationalen Fachmesse für nachhaltige Textilien’ wieder, die im nächsten Jahr bereits ihr 20-jähriges Jubiläum feiert.

Dort trafen wir nicht nur unsere Illustratorin Maria Koch, die uns von ihrer Frankfurter Basis aus mit zarten Aquarellzeichnungen versorgt, sondern auch die Koryphäe der deutschen Bloggerszene in Sachen Nachhaltigkeit und Greenpeace-Aktivistin: Kirsten Brodde. Im Rahmen des speziell eingerichteten Programms rundum die geladenen Blogger-Gäste, hielt sie einen inspirierenden Vortrag über ihren Werdegang, ihre Erfahrungen als Journalistin und darüber, was sie heute umtreibt. Für ihre neueste Kampagne plant sie einen Angriff auf das schwer zu bändigende kapitalistische Konsummonster und beendet damit auch die Arbeit als Gründerin und Chefredakteurin des so beliebten ‘Grüne Mode’ Blogs. Sie habe das Gefühl, alles (mehrmals) gesagt zu haben. In der Tat schrieb sie jahrelang engagiert, nicht nur, um während der Arbeit an ihrem Buch ‘Saubere Sachen’ in Kontakt mit der Welt zu treten. 2008 wurde Brodde bekannt, als sie Tchibo austrickste, indem sie deren T-Shirts mit enthüllend-schockierenden Sprüchen bedrucken ließ und sich damit vor eine Filiale stellte – in der Hand ein Schild mit der Aufforderung, sie auf ihr Shirt anzusprechen, auf dem man las: ‘Tchibo-Shirts: Gefertigt für Hungerlöhne’ und ‘Dieses T-Shirt hat ein Kind für Tchibo genäht’… Diese Frau scheut keinen Ärger.

innatex_blogger_kirsten brodde
Kirsten Brodde / Grüne Mode, Anjali Janssens, Ellen Köhrer, Franziska Schmid / Veggie Love

Auch Franziska Schmid vom Blog Veggie Love ließ uns an ihren vielen Erkenntnissen Teil haben, die sie über die lange Zeit des online Schreibens gewonnen hat. Dabei beschäftigen sie Themen rund um den veganen Lifestyle. Ihr Fazit bestätigt: Als Blogger hat man es schwer. Es ist besonders schwer, Geld aus der Arbeit zu ziehen, die einem Spaß macht und es bedarf deshalb großer Geduld und ausreichend Durchhaltevermögen.

Mit den anderen auf Instagram gefeierten Bloggern Vreni von Jäckle und Hösle, Ann Cathrin von Fashion Fika, Farbenfreundin Bärbel Klein, Anjali Janssens und dem Team von TerraVeggia konnten wir uns bestens austauschen und haben das Gefühl, dank der allseitigen Unterstützung und des herzlichen Empfangs durch die Veranstalter der Innatex, auf dem richtigen Weg zu sein. Im Übrigen konnten wir auch ein paar vereinzelte Label-Schätze, inmitten einer großen Bandbreite an allenmöglichen Naturtexilvertretern, entdecken, die bald in unserem Schaufenster zu finden sein werden. Bis dahin – wir freuen uns über Feedback und regen Austausch!



2 thoughts on “INNATEX 2016 Bloggercrew mit Kirsten Brodde”

  • Wunderschönen geschrieben, die Frage ist wie informiert man den Kunde von der Shopping Street der seine alle Sinne für die Multimedia und fast-food and fast fashion verbraucht?

    • Danke für den Beitrag und die interessante Frage. Es stimmt, dass online mittlerweile viel mehr Aufklärungsangebote bereit gestellt werden als offline und die Reichweite somit eingeschränkt ist. Das kann mit einem Mehraufwand an Kosten für Printprodukte etc. vernüpft sein. Es gibt Initiativen wie Inkota e.V., die mit einzelnen aufwändigen Aktionen auf die Straße gehen, um unmittelbare Aufmerksamkeit für wichtige Themen der Produktionsbedingungen von Fast Fashion zu erzeugen. Vielleicht können wir gemeinsam über ein Konzept nachdenken, das tiefer in den Shoppingalltag reicht? Grundsätzlich liegt die Verantwortung natürlich nicht nur beim Endkonsumenten, sondern auch bei den Unternehmen selbst und der Regierung, die die Gesetze für den Handel schafft. An diese wenden wir uns auch. Das ist alles sehr komplex und die Umwälzung ein Prozess…

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *